Respekt vor den Menschenrechten ist die beste Friedenspolitik

Am 10. Dezember 2016 wird international der 68. „Tag der Menschenrechte“ begangen. In Hannover hat dazu ein Bündnis politischer und kultureller Organisationen vom 7.11. bis zum 14.12.2016 eine Veranstaltungsreihe organisiert. Nähere Infos im Internet unter www.menschenrechte.kargah.de . Hier aus gegebenem Anlass ein Artikel vom Vietnam-Zentrum Hannover e. V. zur aktuellen Situation in der Sozialistischen Republik Vietnam.

"Da, wo Menschenrechte mit Füßen getreten werden"

Da, wo Menschenrechte mit Füßen getreten werden

In einem am 30. Januar 2014 in der Süddeutschen Zeitung erschienenen Interview äußerte sich der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier zu den Grundzügen seiner Politik. Er betonte den hohen Wert der Menschenrechte:

„Da, wo Menschenrechte mit Füßen getreten werden, müssen wir kritisieren und nach Abhilfe und Hilfsmöglichkeiten suchen. Und wir müssen uns für die mutigen Menschen einsetzen, die in ihren Ländern Missstände anprangern und ihr Recht auf Mitsprache und Mitbestimmung einfordern. Etwas anderes wäre mit unseren verfassungsrechtlichen und ethischen Pflichten nicht vereinbar. […] Wir fordern die Achtung der Menschenrechte ein. Die Einhaltung ist Teil der UN-Charta. Natürlich stehen wir an der Seite der Menschen, die gegen Unrecht und Unterdrückung kämpfen.“

Wir – das Vietnam-Zentrum-Hannover e.V (VNZ) und die Organisation zur Wahrung der Menschenrechte in Vietnam (MRVN) – begrüßen diese Aussagen.

Menschenrechte sind ein Schlüsselthema in einer modernen Zivilgesellschaft. In Vietnam hat nach einem langen und schrecklichen Krieg, der am 30. April 1975 endete, die Kommunistische Partei Vietnams (KPV) ihr Machtmonopol durchgesetzt. Meinungs- und Pressefreiheit unterliegen bis heute strenger Kontrolle. Politisch engagierte Bürger und Dissidenten wurden und werden festgenommen und inhaftiert. Einige von ihnen wurden in unfairen Gerichtsverfahren auf der Grundlage der Gesetze über die „nationale Sicherheit“ zu langen Gefängnisstrafen verurteilt.

Menschenrechtslage in Vietnam

Die jährlichen Berichte von Amnesty International, von Human Rights Watch, von Reporter ohne Grenzen oder auch von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte bezeugen wieder und wieder, dass die Menschenrechte in der Sozialistischen Republik Vietnam (SRV) mit Füßen getreten werden.

Beim Staatsbesuch im Oktober 2011 stufte Bundeskanzlerin Angela Merkel Vietnam zu einem „strategischen Partner“ hoch. Die Bundesregierung will die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Vietnam verstärken, denn Vietnam ist mit seinen 90 Millionen Einwohnern zu einem attraktiven und schnell wachsenden Markt in Südostasien geworden. Bei dieser Reise, begleitet von einer Wirtschaftsdelegation, mahnte die Kanzlerin den Ein-Parteien-Staat zu mehr Presse- und Meinungsfreiheit sowie zur Einhaltung der Menschenrechte.

Bis heute hat die SRV die Grundfreiheiten des vietnamesischen Bürgers, die in den von Vietnam unterschriebenen internationalen Menschenrechtsabkommen verankert sind, total missachtet. Damit macht sich Vietnam unwürdig als Mitglied im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UN).

Laut Amnesty Report 2016:

Unterdrückung Andersdenkender

Im Juli 2015 wurden friedliche Aktivisten von Sicherheitskräften schikaniert und eingeschüchtert, als sie versuchten, in vier größeren Städten in Solidarität mit gewaltlosen politischen Gefangenen an Hungerstreiks teilzunehmen. Die Aktion war von der im März 2015 ins Leben gerufenen Kampagne We are One organisiert worden. Gleichzeitig war ein von 27 lokalen zivilgesellschaftlichen Organisationen und 122 Einzelpersonen unterzeichneter Brief über die Lage der Menschenrechte in Vietnam an den UN-Menschenrechtsrat geschickt worden.

Die Behörden nutzten weiterhin vage definierte Straftatbestände, um friedliche Aktivisten anzuklagen und zu verurteilen, und zwar hauptsächlich auf der Grundlage von Paragraph 258 des Strafgesetzbuchs von 1999 ("Missbrauch demokratischer Freiheiten zur Verletzung der Interessen des Staates, der legitimen Rechte und Interessen von Organisationen und/oder Staatsbürgern"). Im Februar 2015 wurden in der Provinz Đồng Nai drei für die Demokratisierung eintretende Aktivisten auf der Grundlage des Paragraphen 258 zu Gefängnisstrafen zwischen zwölf und 18 Monaten verurteilt. Sie waren im Mai 2014 festgenommen worden, als sie bei Protesten gegen China als Beobachter fungierten.

Der bekannte Menschenrechtsanwalt und ehemalige gewaltlose politische Gefangene Nguyễn Văn Đài und seine Kollegin Lê Thu Hà wurden im Dezember 2015 unter Paragraph 88 des Strafgesetzbuchs wegen "Verbreitung von Propaganda gegen den Staat" festgenommen. Wenige Tage zuvor hatte Nguyễn Văn Đài mit drei Kollegen in der Provinz Nghệ An einen Workshop zum Thema Menschenrechte abgehalten. Daraufhin wurden alle vier von 20 Männern in Zivilkleidung brutal angegriffen.

Der Blogger Nguyễn Hữu Vinh und seine Mitarbeiterin Nguyễn Thị Minh Thúy wurden seit ihrer Festnahme im Mai 2014 in Untersuchungshaft gehalten. Sie wurden im Februar 2015 auf der Grundlage von Paragraph 258 des Strafgesetzbuchs wegen ihrer Verbindung zu Blogs über Bürgerrechte (Dân Quyền) und die Geschichte Vietnams (Chép sử Việt) angeklagt. Die beiden Blogs, in denen die Regierungspolitik und Regierungsbeamte kritisiert wurden, sind mittlerweile gelöscht worden.

Tod in Gewahrsam

Im März 2015 wurden in der Nationalversammlung Zweifel an einer Aussage des Ministeriums für Innere Sicherheit geäußert, wonach 226 Todesfälle in Polizeigewahrsam zwischen Oktober 2011 und September 2014 hauptsächlich auf Krankheit oder Selbsttötung zurückzuführen seien. Im Jahr 2015 gab es Meldungen über mindestens sieben Todesfälle in Gewahrsam, bei denen Verdacht auf Folter oder andere Misshandlungen durch die Polizei bestand.

Gewaltlose politische Gefangene

Mindestens 45 gewaltlose politische Gefangene befanden sich noch immer in Haft. Die meisten von ihnen waren auf der Grundlage vage formulierter Bestimmungen über die nationale Sicherheit im Strafgesetzbuch verurteilt worden, z. B. unter Paragraph 79 wegen "Umsturz der staatlichen Ordnung" oder Paragraph 88 wegen "Verbreitung von Propaganda". Mindestens 17 gewaltlose politische Gefangene wurden nach Verbüßung ihrer Gefängnisstrafe freigelassen, doch standen sie noch eine Zeitlang unter Hausarrest. Thích Quảng Độ, das Oberhaupt der verbotenen Vereinigten Buddhistischen Kirche von Vietnam, verbrachte das zwölfte Jahr unter De-facto-Hausarrest.

Die VNZ und MRVN fordert die SRV zu diesen Maßnahmen auf:

-Abschaffung des vagen Begriffs "nationale Sicherheit" und der zugehörigen Bestimmungen, insbesondere Artikel 79, 87, 88, 89 und 258 im vietnamesischen Strafgesetzbuch

-Freilassung aller Blogger, die derzeit im Gefängnis sind (35 Personen, so Reporter ohne Grenzen), nur weil sie die verschiedenen Probleme, die dem Land drohen, angesprochen und ihre Meinungsfreiheit auf friedliche Weise in Anspruch genommen haben

-Respektierung der Religionsfreiheit; Aufhebung aller Gesetze, die dazu bestimmt sind, Menschen in der Ausübung ihrer Religion zu beschränken; Nichteinmischung in die internen Angelegenheiten aller Religionen sowie die Beendigung der Unterdrückung der Geistlichen und Gläubigen.

Die VNZ und MRVN sind der Meinung, eine Verlängerung der Einparteiendiktatur kann nur verhindert werden, wenn eine offene, demokratische Opposition in Vietnam als Alternative zum Einparteienregime gegründet und mit aller Kraft unterstützt wird. Die Achtung der Menschenwürde ist die Basis der Rechtsstaatlichkeit. Die Einhaltung der internationalen Menschenrechtsabkommen und die Garantie der Grundrechte für den Bürger, insbesondere das Recht auf Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Religionsfreiheit, Schutz vor Folter und Rechtsgleichheit, sind Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Der Respekt vor den Menschenrechten ist die beste Friedenspolitik.

Dang Chau Lam

„Der tödlichste Punkt ist Europa“
22.11.2017
Informationsabend zur Situation von Geflüchteten in Libyen und auf dem Mittelmeer am 20.11.2017 in der FAUST-Warenannahme. Im Fokus: Die Abschottungspolitik der „Festung Europa“.

„Das liegt wohl am Regen“, meint Gastgeberin Lipi Ahmed von der Initiative interkultureller Kulturaustausch (IIK e.V.), als sich am Montagabend die Räumlichkeiten in der Warenannahme nur langsam füllen. Aber dann kommen doch rund 100 Interessierte zu dieser Bündnisveranstaltung im Rahmen des Tags der Menschenrechte 2017. Veranstalter sind neben der IIK auch der Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V. und das Kulturzentrum FAUST.

„Der tödlichste Punkt ist Europa“, sagt Tankred Stöbe von Ärzte ohne Grenzen e.V., „doch im globalen Konzert der aufnehmenden Länder spielt unser Kontinent kaum eine Rolle“. Schwerpunkte bei den weltweit über 50 Millionen Flüchtlinge seien derzeit die Bewegungen von Myanmar nach Bangladesh und aus dem Südsudan nach Uganda. „„Für uns ist deshalb der globale Blick wichtig“, so Stöbe. Massenhaft gestorben allerdings würde im Mittelmeer. Hier ertrinken etwa zwei Prozent aller Bootsflüchtlinge. Allein auf der zentralen - der „tödlichsten“ - Route von Libyen nach Italien starben in diesem Jahr bereits 2.700 Menschen.

Ärzte ohne Grenzen beteiligt sich mit mehreren Schiffen an der Seenotrettung von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer. Vertreten ist dort auch - mit derzeit zwei Schiffen und einem Aufklärungsflugzeug - die privat gegründete Organisation Sea-Watch e.V.. Deren Fotograf Fabian Melder berichtet über die beständige Rettung aus zumeist mit bis zu 150 Menschen hoffnungslos überfüllten Schlauchbooten. Man sei vor der libyschen Küste außerhalb der Hoheitsgewässer aktiv, die Einsätze werden von einer Leitstelle für Seenotrettung in Rom koordiniert.

„Was hat sich in jüngster Zeit geändert“, fragt Melder in seinem Vortrag. Die Antworten: Rückzug der EU-Missionen, Kriminalisierung von Flüchtlingen und von Rettungsorganisationen, Finanzierung, Ausbildung und Aggression der libyschen Küstenwache. Letztere gehe zumeist äußerst brutal gegen Bootsflüchtlinge und auch gegen deren Retter vor. „Eine Beugung internationalen Rechts“, sagt Melder.

Der „humanitäre Arzt“ (Selbstbezeichnung) Stöbe pflichtet ihm bei: „Wir beobachten eine deutliche Kriminalisierung der Retter“. Etwa ein Dutzend NGOs (Nichtregierungsorganistionen) seien derzeit vor der libyschen Küste aktiv, die Arbeitsbedingungen hätten sich aber durch die Abkommen der Europäer mit afrikanischen Ländern wie dem „Failed State“ Libyen extrem erschwert. Es erscheine manchmal so, als ob die Schlepper von einst in der nun aus Europa gesponserten Küstenwache „ein neues Geschäftsmodell“ entdeckt hätten.

Spannend wird es in der an die beiden Vorträge anschließenden Podiumsdiskussion, die Kai Weber vom Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V. moderiert. „Wir müssen das Problem an der Wurzel packen“, meint die hannoversche Ratsfrau Georgia Jeschke, „und mit unseren Nachbarn in Afrika auf Augenhöhe zusammenarbeiten.“ Bei der Bekämpfung von Fluchtursachen müsse sich Europa „völlig neu aufstellen“.

Sabine Lösing, Europaabgeordnete der Linken, kontert: „Für Gespräche mit Libyen auf Augenhöhe fehlt mir die Phantasie!“. Millionengelder der EU gingen in „Border-control-Maßnahmen“. Bekämpfung von Fluchtursachen bedeute, so Lösing, Menschen an der Flucht zu hindern: „Das ist in hohem Maße problematisch und mit einem hohen Anspruch westlicher Werte nicht vereinbar“.

„Wir brauchen politische Mehrheiten, um zu überzeugen“, argumentiert Regierungsberater Gerald Knaus von der Europäischen Stabilitätsinitiative e.V. (ESI). Wichtig seien vor allem schnelle Asylverfahren, besonders auch für die in Italien und Griechenland angekommenen Flüchtlinge. Seine Rechtfertigung des EU-Türkei-Abkommens, an dessen Zustandekommen ESI mitgewirkt hat, stößt auf dem Podium und bei den Zuhörern im Saal auf Ablehnung. Nach fast dreistündiger Veranstaltung spricht eine Frau aus dem Publikum ihren Dank aus: „Das waren interessante Informationen, die weit über das hinaus gehen, was uns die Medien liefern“.

Wolfgang Becker
MiSO e. V.
Ein Wochenende mit jungen Geflüchteten vom 19. - 21. Januar 2018 in der Evangelischen Akademie Loccum
22.11.2017
"Rechtspopulisten stellen die Pluralität in unserer Gesellschaft in Frage. Sie betreiben eine Politik der Angst, beschwören die Gefahr des sozialen Abstiegs, richten sich gegen Minderheiten und eine offene Gesellschaft. Sie träumen von einer homogenen Welt, in der Andersartigkeit keinen Platz hat. Was können wir dem entgegensetzen? Mit diesem Training wollen wir das Selbstbewusstsein und die Standfestigkeit Jugendlicher stärken, für die Demokratie und gegen „postfaktische“ Argumente einzutreten", so die Programmankündigung der Ev. Akademie Loccum.

TÜREN ÖFFNEN
Ein Wochenende für junge Leute,
die geflüchtet und noch nicht lange in Deutschland sind.
Wer kann teilnehmen? Etwa 40 junge Leute, 16-26 Jahre alt, die geflüchtet und noch nicht lange in Deutschland sind und die Kontakte zu MiSO e.V. haben. Wir respektieren Menschen aus aller Welt und aus allen Religionen.
Wann? 19. bis 21. Januar 2018 (Freitag bis Sonntag)
Wo? In Loccum (in der Nähe von Hannover), alle reisen gemeinsam an
Was kostet es? Es kostet 3 Euro.
Ihr könnt das Essen wählen (vegetarisch, ohne Schweinefleisch…).
Wo melde ich mich an? Bei Wolfgang Hellwig von MiSO e.V. Telefon: 0511-5457-1953 oder wolfgang.hellwig@miso-netzwerk.de
Was machen wir?
Wer neu in ein Land kommt, öffnet viele neue Türen:
Türen zu Freunden, Türen zu Schulen, Türen zu einer Ausbildung …
Welche Türen haben sich für Euch in Deutschland geöffnet?
Welche gingen leicht auf, welche schwer? Welche möchtet Ihr noch öffnen?
Wir sprechen über Ausbildung/Schule und andere Themen, die Euch interessieren.
Wir… tauschen uns untereinander aus,
sprechen mit Fachleuten (zum Beispiel aus der Ausbildung)
und mit Migrantinnen und Migranten, die schon länger in Deutschland leben.
Wir… haben Spaß miteinander,
spielen Theater,
malen und fotografieren.
Wir laden Euch herzlich nach Loccum ein!
Wolfgang Hellwig von MiSO e.V. und Susanne Benzler aus der Ev. Akademie Loccum
Alle Menschen lachen in der gleichen Sprache

17.11.2017
Humor ist nicht alles. Aber alles ohne Humor ist nichts. Getreu diesem Motto hat uns der syrische Filmemacher und Autor Firas Alshater am Abend des 15.11.2017 in der FAUST-Warenannahme gezeigt, dass er zwar viel Leidvolles in seinem Leben erlebt hat und ihm auch immer noch von vielen Seiten Hass entgegenschlägt, er sich aber deswegen das Lachen nicht nehmen lässt. Der Fokus auf das Positive, auf die Komik in der Tragik ist das, was ihn leitet und antreibt: So mag er die gelegentlichen Hasskommentare unter seinen Youtube-Videos zwar zur Kenntnis nehmen, aber darauf eingehen – nein. Da beschäftigt er sich lieber eingehend mit den vielen Heiratsanträgen, die sich ebenfalls in den Kommentarspalten finden. Mit den begeisterten Reaktionen, den Liebesbekundungen und dem echten Interesse an seiner Arbeit. Natürlich auch mit Kritik, sofern sie denn konstruktiv ist.

Und so erzählt Firas. Von den grausamen Erlebnissen in seiner Heimat Syrien, von den Erinnerungen an die Misshandlungen im syrischen Gefängnis, als er wegen seiner Videodokumentationen vom Regime über Monate festgehalten und gefoltert worden ist. Von dem andauernden Freiheitskampf vieler syrischer Bürger, von der Selbstverständlichkeit, jeden Tag mindestens einen geliebten Menschen zu verlieren. Vom Ankommen in Deutschland, vom Warten im LaGeSo (Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin) und den Bedingungen im Flüchtlingsheim, vom ersten Brief, den er in seinem Leben je bekommen hat – ein Brief vom Finanzamt mit seiner Steuernummer.

Auf die Frage, ob sich Firas je wieder vorstellen könne, nach Syrien zurückzukehren, antwortet er, er werde dort sein, wo er seine Meinung sagen kann. Denn solange das Assad-Regime an der Macht ist, wird es keine Freiheit für die syrischen Bürger geben, sagt Firas. Und das – das sei überhaupt das Allerbeste an Deutschland: Keine Angst zu haben davor, was man denkt und was man sagt. Und natürlich das, was viele hierzulande vielleicht für selbstverständlich halten: Frieden.

Rund 200 Gäste haben am Mittwochabend den Weg in die Warenannahme in der Faust gefunden und Firas‘ Geschichten zugehört. Organisiert wurde die Veranstaltung von Hometown Hannover und der Initiative für Internationalen Kulturaustausch (IIK), deren Leiterin Mahjabin Ahmed in den Abend einleitete. Das Rahmenprogramm bildeten Rochdi Elsaffi, der eines seiner Gedichte vortrug, sowie Ido Adi, der zum Ausklang auf der arabischen Oud etwas vorspielte. Zum Schluss haben viele Gäste die Gelegenheit genutzt, Firas Buch „Ich komm auf Deutschland zu: Ein Syrer über seine neue Heimat“ zu kaufen und von ihm signieren zu lassen sowie sich manchmal auch noch eine Umarmung und ein Selfie mit ihm abzuholen. Ein Abend, der sicherlich eines gezeigt hat: Ein Lächeln ist der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen – und zwei Völkern.

Johanna Lal
27.09.2017
"Als Verein, der jegliche Form von Diskriminierung und Rassismus ablehnt und die allgemeinen Menschenrechte vertritt, machen uns das Bundestagswahlergebnis und der damit verbundene Rechtsruck stark betroffen!
Wir betrachten das Erstarken rechtspopulistischer Parteien und die damit
verbundene fremdenfeindliche Ideologie mit großer Besorgnis. Dabei kritisieren wir, in welcher Weise insbesondere geflüchtete Menschen und Migrant*innen von diesen Gruppierungen entwertet und nationalistische und xenophobe Gedanken verbreitet werden.
Zudem ist es hochbedenklich, dass auf Kosten der Geflüchteten sowohl von Seiten der Medien als auch der Parteien Wahlkampf geführt wurde.
kargah e.V. setzt sich für eine vielfältige sowie solidarische Gesellschaft und ein offenes und friedliches Miteinander ein. Wir verstehen uns als interkulturelle Begegnungsstätte, die stets zu fortwährenden Dialogen und Diskussionen zwischen allen Menschen einlädt und rufen alle Bürger*innen auf, weiterhin mit Offenheit und Respekt aufeinander zuzugehen.
Das Wahlergebnis bestärkt uns darin, dass politische Bildung ein wichtiges gesamtgesellschaftliches Anliegen ist und dringend intensiviert werden muss. Wir hoffen, dass auch andere Initiativen und politische Entscheidungsträger*innen ihre Bemühungen für die demokratische Teilhabe und Verantwortungsübernahme aller in Deutschland lebenden Menschen verstärken, so dass diese Gesellschaft tatsächlich zusammen
- und nicht auseinanderwächst.
Den Kampf für Gleichberechtigung und ein solidarisches Miteinander werden wir umso motivierter weiter bestreiten. Wir appellieren an alle
Bürger*innen und demokratischen Parteien, sich jetzt nicht rechtsnationalen Positionen anzunähern, sondern gemeinsam gegen
Rassismus und Fremdenfeindlichkeit aktiv zu werden!"
--
26.09.2017
kargah e.V.
Zur Bettfedernfabrik 1
30451 Hannover
Basteln und malen bietet die Möglichkeit, der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen ...
26.09.2017
... mit Gleichgesinnten in den Austausch zu treten und soziale Kontakte zu pflegen, in gemütlicher Runde beisammen zu sein, Spaß und Freude an Selbstgeschaffenem zu erleben.
Basteln, werken, malen: Kreativitätsangebote können Freude und Farbe in das Leben von Erwachsenen bringen (sehr empfehlenswert für Senioren, die motorische Einschränkungen haben!). Das schönste am Basteln ist, dass die Teilnehmer am Ende etwas in den Händen halten, was sie selbst geschaffen haben.
Etwas selbst zu erschaffen, vermittelt das Gefühl: “Ich kann etwas!”
Lassen Sie sich von den kreativen Bastelideen in diesem Kurs verzaubern.
Probieren Sie es aus, unkompliziert und unverbindlich. Lassen Sie sich anregen, wenn Sie mögen, unter Anleitung eine Künstlerin Neues zu entdecken.
Zeit:
„Kreativgruppe: Malen, Basteln, Modellieren“
Montags von 17.00 bis 18.30 Uhr
„Kreativgruppe: Malen, Basteln, Modellieren“
Dienstags von 10.30 bis 12.00 Uhr
„Kreativgruppe: Handarbeit, Stricken, Häkeln, Schmuck herstellen“
Freitags von 17.00 bis 18.30 Uhr und 18.30 bis 20.00 Uhr
Ort:
Tolstoi e.V
Röselerstr. 1
30159 Hannover
Info:
0511 – 569 59 207 (Mo-Fr, 10 bis 13 Uhr)

© Foto: LHH
26.11.
Deutsch-türkisches Museumsfest bei Kestner am Trammplatz

Präsentiert von: Can Arkadas e. V.
13 bis 17 Uhr
Eintritt: frei
Museum August Kestner
Trammplatz 3
30159 Hannover
27.11.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Menschenrechtsbündnis 2017". Begleitend zur Ausstellung „Philosophie zwischen Schwarz und Weiß“ laden wir zu einer Podiumsdiskussion ein.
Präsentiert von: ADV Nord e. V.
19 Uhr
Eintritt: frei
Freizeitheim Vahrenwald
Großer Saal
Vahrenwalder Straße 92
30165 Hannover
MiSO e. V.
30.11.
In einem vom MiSO-Netzwerk Hannover e.V. organisierten World-Café wird die Menschenrechtslage in verschiedenen Ländern/Weltregionen betrachtet und diskutiert.
Präsentiert von: MiSO e. V.
19 Uhr
Eintritt: frei
Kargah
Zur Bettfedernfabrik 1
30451 Hannover (Linden-Nord)
02.12.
Präsentiert von: ADV Nord e. V.
10 - 16 Uhr
Eintritt: frei
ADV Nord e.V.
Göttinger Chaussee 115
30459 Hannover
04.12.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Philosophie zwischen Schwarz und Weiß“
Präsentiert von: ADV Nord e. V.
20 Uhr
Eintritt: 10 €, ermäßigt 6 €
Literarischer Salon
Conti-Foyer
Königsworther Platz 1
30167 Hannover
05.12.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Menschenrechtsbündnis 2017"
Präsentiert von: kargah e. V.
18 Uhr
Eintritt: frei
kargah e. V.
Zur Bettfedernfabrik 1
30451 Hannover
07.12.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Menschenrechtsbündnis 2017"
Präsentiert von: IIK e. V.
19 Uhr
Eintritt: frei
Ballhof Café
Knochenhauerstraße 28
30159 Hannover
09.12.
Im Anschluss ein Gespräch mit Dr. Médard Kabanda: „Was hat Kolonialismus mit der heutigen Flucht aus Afrika zu tun?“
Präsentiert von: ADV Nord e. V.
19:30 Uhr
Eintritt: 5,00 Euro, erm. 2,50 Euro
Kino im Sprengel
Klaus-Müller-Kilian-Weg 2
30167 Hannover-Nordstadt
10.12.
Musikveranstaltung für Kinder und Erwachsene mit jungen Musikern, Vokalisten und Tänzern
Präsentiert von: Tolstoi e. V. Hannover
16 Uhr
Eintritt: frei
Freizeitheim Döhren
An der Wollebahn 1
30519 Hannover
© Foto: Freizeitheim Vahrenwald
12.12.
Der Geschichtskreis und das Freizeitheim laden in vorweihnachtlicher Atmosphäre herzlich zu einem Planungstreffen zukünftiger Stadtteilspaziergänge ein.
Präsentiert von: FZH Vahrenwald
16 Uhr
Eintritt: frei
Freizeitheim Vahrenwald
Vahrenwalder Str. 92
30165 Hannover
16.12.
Präsentiert von: LMDR e. V.
15 Uhr
Eintritt: frei
Epiphanias Kirchengemeinde
Hägewiesen 117
30657 Hannover
© Foto: Ukrainischer Verein
17.12.
Seit dem Jahr 2006 präsentiert der ukrainische Chor „Kalyna“ ukrainische Kultur und insbesondere ukrainische Volkslieder auf verschiedenen Bühnen in Hannover und in ganz Niedersachsen.
Präsentiert von: UVN e. V.
16 Uhr
Eintritt: frei
Freizeitheim Vahrenwald
Vahrenwalder Str. 92
30165 Hannover
19.12.
Eine Lesung von Christian Jakob (taz)
Präsentiert von: ADV Nord e. V.
19 Uhr
Eintritt: frei
Kulturzentrum Pavillon
Lister Meile 4
30161 Hannover

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