MiSO-Netzwerk Hannover e. V.

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Sie können den Newsletter nicht lesen? Hier online ansehen. Ausgabe: 4/2017 vom 17.11.2017



Ausgabe 4/2017

Koordination: Dr. Tatiana Czepurnyi, Dimitrij Czepurnyi & Wolfgang Becker (V.i.S.d.P.)

Inhalt

  • Vorwort
  • Ausblick auf Migrationskonferenz am 24.11. im FZH Vahrenwald
  • Vorschau: World-Café Menschenrechte weltweit am 30.11. bei kargah
  • Klausurtagung des MiSO-Netzwerks Hannover e.V. in Bad Bevensen 27.-28.10.2017
  • MiSO-„Zentrale“ – Mitarbeiter*innen stellen sich vor – Hier: die Auszubildenden
  • House of Resources Hannover und Region
  • Vorstellung Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk Hannover e. V. – Interview mit Dr. Tatiana Czepurnyi

Vorwort

Leider ist der „Goldene Oktober“ vorbei. Am Ende stand die MiSO-Klausurtagung in Bad Bevensen, über die zu berichten ist. Jetzt sind wir mitten im Herbst, im meist grauen Monat November. Ein Lichtblick – über den ebenfalls berichtet wird – ist die am 24.11. stattfindende Migrationskonferenz im Freizeitheim Vahrenwald. Ein weiterer Höhepunkt der MiSO-Aktivitäten: Das World-Café „Menschenrechte weltweit“ am 30.11. bei kargah. Auch hierzu ein kleiner Bericht.


Zu erfahren ist in diesem Newsletter auch etwas über die MiSO-„Zentrale“, das Projekt „House of Resources“ und über das MiSO-Mitglied Tolstoi e.V.. Viel Spaß beim Lesen, einen guten Restherbst und eine schöne Adventszeit! Der nächste MiSO-Newsletter wird Anfang des Neuen Jahres erscheinen…

Ausblick auf Migrationskonferenz am 24.11. im FZH Vahrenwald

Die Migrationskonferenz 2017 findet am Freitag, den 24. November von 15.00 – 19.00 Uhr im Freizeitheim Vahrenwald (Vahrenwalder Str. 92, 30165 Hannover) statt. Diese zweite, vom MiSO-Netzwerk Hannover e.V. organisierte Migrationskonferenz soll an die guten Erfahrungen der ersten Konferenz im August 2016 im Neuen Rathaus anknüpfen. Im Fokus steht diesmal das Thema „Integration und Teilhabe“. Wir wollen darüber mit ExpertInnen und Akteuren der Stadtgesellschaft in einer Podiumsdiskussion sprechen. In offenen Workshops werden anschließend migrationsspezifische Themen vertieft. Alle Interessierten und Aktiven sind herzlich zur Teilnahme an der Konferenz eingeladen.

Programm, Flyerdownload und weitere Informationen hier

Vorschau: World-Café Menschenrechte weltweit am 30.11. bei kargah e. V.

Wie in den vergangenen Jahren hat sich MiSO auch 2017 am hannoverschen Bündnis zum Tag der Menschenrechte beteiligt. Auf einer von unserem Netzwerk organisierten Veranstaltung am 30.11. um 19 Uhr bei kargah wird es um „Menschenrechte weltweit“ gehen. Im Fokus stehen die Länder Sudan, Syrien, Türkei und Venezuela. Nach einführenden Referaten sollen die Bedingungen in diesen Ländern im Rahmen eines „World-Cafés“ diskutiert werden. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Klausurtagung des MiSO-Netzwerks Hannover e.V. in Bad Bevensen 27.-28.10.2017

Zweitägige Klausur des MiSO-Netzwerks am letzten Oktoberwochenende 2017: Mitglieder, Vorstand und Mitarbeiter des Vereins trafen sich 130 km nördlich von Hannover in Bad Bevensen im Tagungshaus des Gustav-Stresemann-Instituts. Moderiert von Ingrid Wagemann (LAGS) ging es um Inhalte, Strukturen und Ziele des inzwischen 37 Organisationen umfassenden Netzwerks.

Insbesondere wurden die Binnenstrukturen von MiSO und die Ziele für das kommende Jahr diskutiert. Themen waren die besonderen Herausforderungen der Mitglieder und das Verhältnis der Vereine zum Netzwerk und umgekehrt. „Wie erleben die Mitglieder MiSO“ war eine der intensiv besprochenen Fragen. Einstimmig verabschiedet wurde gegen Ende der Tagung in Bevensen eine Resolution gegen Abschiebungen nach Afghanistan.

MiSO-„Zentrale“ – Mitarbeiter*innen stellen sich vor – hier: die Auszubildenden

Das MiSO-Netzwerk Hannover e.V. hat jetzt 37 Mitglieder – zuletzt kam Azadi Lehrte e.V. dazu – , einen siebenköpfigen Vorstand und mit Jan-Egil Gubenis seit Oktober 2017 einen Geschäftsführer. Im Büro am Mengendamm 12 arbeiten derzeit acht Mitarbeiter*innen, darunter drei Auszubildende.
Als konkretes Ergebnis des Projekts samo.fa gibt es hier seit Anfang August 2017 drei Auszubildende mit Fluchthintergrund für Büromanagement.

Da ist Yegane (18), die mit ihrer Familie 2010 aus Afghanistan geflüchtet ist. „Verrückte Hobbies habe ich nicht“, sagt sie, „aber ich lese gern, am liebsten persische Bücher.“ Sie macht erstmal eine Einstiegsqualifizierung (EQ). Sonam (23) stammt aus Nepal und lebt schon seit 2000 in Deutschland. Sie hat 2015 an der IGS-Linden Abitur gemacht. „Ich spiele gern Rugby und habe auch schon für Deutschland auf dem Feld gestanden“ berichtet Sonam: „Und das Wichtigste zum Schluss: Ich habe einen Sohn, der jetzt ein Jahr alt wird!“ Husan (30) kommt aus Syrien. Dort hat er bereits Buchhaltung und Finanzwesen studiert. Seit 2014 arbeitet er beim Deutsch-kurdischen Hilfsverein für Syrer, Azadi e.V. in Langenhagen, einem MiSO-Mitglied. „Meine Hobbies“, so Husan, „sind Schachspielen und das Lesen philosophischer Bücher.

Alle drei Azubis möchten Kaufleute für Büromanagement werden. Ihre Berufsausbildungen werden von der Landeshauptstadt Hannover gefördert. Als von der Industrie- und Handelskammer (IHK) anerkannte Ausbilder stehen ihnen in der Ausbildung die MiSO-Mitarbeiter*innen Charlotte R. und Wolfgang H. aus dem Projekt samo.fa zur Seite.

House of Resources Hannover und Region

Das Projekt zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements in Migrantenselbstorganisationen, Vereinen und Initiativen ist gut angelaufen. Bereits 2016 konnten insgesamt 32 Projekte von insgesamt 28 Organisationen gefördert werden. Zu hoffen ist, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) auch für die Zukunft entsprechende Mittel bereitstellen wird.

Das vom MiSO-Netzwerk durchgeführte House of Resources Hannover und Region hat jetzt eine eigene Internetseite www.house-of-resources-hannover.de, auf der Wissenswertes über das Projekt zu lesen ist. Dazu liefert ein aktuelles Video https://youtu.be/re0SMro5QXg Eindrücke vom hannoverschen House of Resources sowie seinen Aktivitäten und Akteuren.

Vorstellung Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk Hannover e. V. – Interview mit Dr. Tatiana Czepurnyi

Dr. Tatiana Czepurnyi ist Gründerin und langjährige Vorsitzende des Tolstoi Hilfs- und Kulturwerks Hannover e.V. Sie ist die Tochter russischer Migranten, die während des 2.Weltkriegs in Deutschland „gestrandet“ sind. Geboren in Kassel hat sie einige Jahre in Belgien gelebt und hat die gesamte Schul- und Studienzeit in Frankfurt / Main verbracht. Sie hat ein Diplom in Kernphysik und die Promotion in Physikalischer Chemie erworben. Sie hat 3 Kinder.

Der Verein trägt den Namen eines berühmten russischen Schriftstellers. Welche Aufgaben werden erfüllt?

Eigentlich geht der Name des Vereins zurück auf die jüngste Tochter des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi, Alexandra, die in die USA emigriert ist und dort die Tolstoy Foundation gegründet hat und nach dem 2.Weltkrieg russische Flüchtlinge in Deutschland unterstützt hat. Ähnlich Ziele hat auch der 1994 gegründete Verein Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk Hannover e.V. Unser Anliegen ist die Integration der russisch-sprachigen Migranten und Flüchtlinge in Deutschland und die Erhaltung der russischen Sprache und Kultur für unsere Kinder und uns selbst.

Wann wurde der Verein gegründet und wie viele Mitglieder/Mitarbeiter*innen hat er heute?

Der Verein wurde 1994 gegründet. Er hat eine Mitarbeiterin, die halbtags vom Landessozialministerium für Integrationsberatung bezahlt wird und eine Mitarbeiterin, die vom Job Center im Rahmen der Sozialen Teilhabe finanziert wird.

Gibt es Besonderheiten bei Tolstoi e.V. wie z.B. bestimmte Kulturprojekte?

Das Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk Hannover e.V. führt viele Kulturprojekte durch. In 2018 wird das Internationale Kammertheaterfestival MOST zum 8.Mal durchgeführt. Eine Woche lang im März (23.-28.03.2018) empfangen wir professionale Kammertheater aus verschiedenen Ländern. In 2018 werden wir ein Theater aus Kiev (Ukraine), Vologda und Moskau (Russland), Kazan (Tatarstan), Berlin (Deutschland) und Klaipeda (Litauen) sehen. Das Festival wird institutionell gefördert durch die LHH. In 2013 wurde es mit dem Integrationspreis der Stadt Hannover ausgezeichnet.

Seit 2014 führen wir das Projekt Jugend Big Band im Rahmen des Programms „Kultur macht stark“ für Kinder im Alter zwischen 10 und 16 Jahren, finanziert durch das BMBF, durch. Das Jahresabschlusskonzert findet am 10.12.2017 um 16 Uhr im FZH Döhren statt.

Einmal pro Jahr veranstalten wir ein Konzert mit „Jungen Meisterpianisten“ im Alter zwischen 10 und 17 Jahren aus Russland. Die jungen Pianisten spielen bei uns ihre „Generalprobe“ und fahren weiter zur Teilnahme am Rheingaufestival.

Seit mehreren Jahren organisieren wir Workshops mit dem Musiker Boris Sichon aus Canada, die in Kinderkliniken und Flüchtlingsheimen durchgeführt werden.
Mehrere Konzerte haben wir bereits mit dem Hornisten Arkadij Shilkloper und anderen Welt-Musikern durchgeführt.
Im Mai 2018 werden wir die Organisation des Poesie-Festivals in russischer Sprache übernehmen, nachdem der bisherige Organisator unerwartet verstorben ist.

Wie ist die Einbindung und Zusammenarbeit mit dem MiSO-Netzwerk?

Die Vorsitzende des Tolstoi Hilfs- und Kulturwerks Hannover e.V. ist Mitglied im Vorstand von MiSO. In den Räumen des Tolstoi Hilfs- und Kulturwerks Hannover e.V. ist einer der 5 Treffpunkte derzeit beheimatet. Einige Projekte werden in Kooperation mit anderen Mitgliedsvereinen des MiSO-Netzwerks durchgeführt. Im Rahmen von MiSO bemüht sich das Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk Hannover e.V. um die Anerkennung der Herkunftssprachen als 2. Fremdsprache in den Schulen bis zum Abitur.

Welche größeren Aktivitäten plant der Verein in der Zukunft?

Das Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk Hannover e.V. will einen neuen Antrag im Rahmen von „Kultur macht stark“ stellen, um weiterhin Kinder und Jugendliche aus bildungsbenachteiligten Bevölkerungsschichten zu unterstützen. Die unter Punkt erwähnten Aktivitäten sollen weiter geführt und ausgeweitet werden.



 

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