Informationsaustausch im "Der Nachbarin Café" bei Faust - Foto Konrad Boidol
Informationsaustausch im "Der Nachbarin Café" bei Faust - Foto Konrad Boidol

„Misch Dich ein“ – Veranstaltungsreihe

„Unser starkes Fundament ist das Ehrenamt“

An drei Abendterminen ging es Ende Februar 2018 um bürgerschaftliches Engagement in Kultur, Flüchtlings- und Jugendarbeit. Insgesamt 13 Initiativen tauschten sich über ihren Alltag aus.

„Ein guter Austausch zwischen Vereinen und Initiativen, die gegenseitig über ihr Engagement, Angebote und auch Möglichkeiten der Kooperation berichtet haben“, sagt im Nachhinein Projektkoordinatorin Lesia Brezitska. „Misch Dich ein“ ist ein Projekt des 2010 gegründeten MiSO-Netzwerks Hannover. Finanziert wird es aus dem „Gesellschaftsfonds Zusammenleben“ der Landeshauptstadt Hannover. Ein weiterer Kooperationspartner der Veranstaltungsreihe ist NEMO, der Bundesverband migrantischer Organisationen.

Am 21. Februar fand ein erster Informationsaustausch im „Der Nachbarin Café“ (Kulturzentrum Faust) statt. Im Zentrum standen die Themen: Kultur, Stärkung des Ehrenamtes, Fördergelder, Netzwerktätigkeit und der Kampf gegen Diskriminierung. „Welt in Hannover“ ist eine mehrsprachige Onlineplattform. Besonders wichtig ist hier das Engagement der Ehrenamtlichen, von dem das Projekt abhängig ist.

Hier ging es um das Ehrenamt im Kulturbereich - Foto Konrad Boidol
Hier ging es um das Ehrenamt im Kulturbereich - Foto Konrad Boidol

„Linden Legendz“ wurde als offene Künstlerplattform vorgestellt, bei der Menschen jeglicher Herkunft ihre kreativen Potentiale entfalten können: „Kunst, Kultur und Musik sind Faktoren die verbinden“, sagte der Vorsitzende. Das Ziel von „Romane Aglonipe“ ist es, die weiterhin bestehenden Vorurteile gegen Sinti und Roma abzubauen und den Jugendlichen aus dieser Gruppe Perspektiven für ein erfolgreiches Leben zu liefern. Beim Projekt „Märchenkoffer“ werden Kinder aus ehemaligen GUS-Ländern zweisprachig gefördert, auf Deutsch und Russisch. Das Freizeitheim Vahrenwald kann Raum für die Umsetzung von Projekten bereitstellen.

Der zweite Abend lief am 22. Februar im Ernst-Korte-Haus (AWO) in der Lindener Posthornstraße. „Wir haben versucht, ein Netz von Beziehungen aufzubauen“, berichtete ein Vertreter des sudanesischen Vereins „Umbaja“. Den syrischen „Citizen Diplomats“ geht es darum, der Polarisierung und Radikalisierung entgegenzuwirken. „Förderung von Dialog und bürgerschaftlicher Haltung“ sind dem Verein sehr wichtig.

Im Ernst-Korte-Haus standen Flüchtlinge im Mittelpunkt - Foto Wolfgang Becker
Im Ernst-Korte-Haus standen Flüchtlinge im Mittelpunkt - Foto Wolfgang Becker

„Unser starkes Fundament ist das Ehrenamt“, betonte ein Vertreter von „Azadi“, einem Deutsch-kurdischen Hilfsverein für Syrer. Der in Langenhagen ansässige Verein organisiert u.a. Hilfslieferungen in die Kurdengebiete. „Wir sind multi-kulti aufgestellt“, berichtete eine Mitarbeiterin des „Freiwilligen Zentrums Hannover“. Hier gibt es u.a. ein Begegnungscafé und das Projekt „Menschen verbinden Menschen“, das Patenschaften mit Geflüchteten vermittelt.

Zum letzten Termin am 26. Februar zum Thema Jugendarbeit war in die Räume von „Can Arkadas“ am Steintor geladen worden. In dem bereits 1988 gegründeten türkischen Verein ist die interkulturelle Jugendarbeit seit 2014 selbstständig organisiert. „Angebote müssen von den Jugendlichen selbst kommen“, betonte ein Vertreter, „man darf sie nicht in Aufgaben hineinstürzen“.

Jugendarbeit war das Thema bei Can Arkadas - Foto Wolfgang Becker
Jugendarbeit war das Thema bei Can Arkadas - Foto Wolfgang Becker

Die Vorsitzende des „Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk Hannover“ stellte die Angebote des Vereins dar, die sich an Kinder ab drei Jahren überwiegend in russischer Sprache richten. „Ein Studentenklub sei in Planung, „aber das funktioniert noch nicht“. Erfolgreich sei hingegen die über das Programm „Kultur macht stark“ geförderte Jugendbigband. Der Verein „gEMIDe“ stellte sich als „eine Jugendgruppe mit 11 Nationalitäten“ dar. „Wir haben viele Leute, die aus unterschiedlichen Religionen kommen – bevorzugt wird keine. Abschließend wurde über den „Stadtjugendring Hannover“ berichtet. Der Verein umfasst 15 Jugendverbände in den Bereichen Kirche, Sport, Umwelt etc., neu sind dabei auch migrantische Jugendorganisationen.

Frauen sorgten im Ernst-Korte-Haus für das leibliche Wohl - Foto Wolfgang Becker
Frauen sorgten im Ernst-Korte-Haus für das leibliche Wohl - Foto Wolfgang Becker

„Einige Geflüchtete, die an den Veranstaltungen beteiligt waren, nahmen neue Infos über Arbeit verschiedener Migrantenselbstorganisationen zur Kenntnis“, bilanziert MiSO-Mitarbeiterin Lesia Brezitska: „Hoffentlich werden sie sich an diese zukünftig wenden, um jegliche Unterstützung zu bekommen und auch sich selbst bürgerschaftlich engagieren zu können.“

(wobe)

UnterstützerInnen für Sprachkurse gesucht
14.09.2018
Wir, die Initiative für Internationalen Kulturaustausch, suchen dringend Unterstützer*innen für unsere Alphabetisierungs- und A1 und A2 Kurse! Es wäre schön, wenn ihr schon Erfahrungen im Unterrichten von Flüchtlingen und Menschen mit Migrationshintergrund habt! Ihr solltet spontan, kreativ und geduldig sein und Spaß am Unterrichten dieser Zielgruppe haben. Wenn ihr neugierig geworden seid, dann meldet euch bitte. Wir freuen uns auf euch!

Ansprechpartnerin: Kathlen Dreckshage (Ehrenamtskoordination)

Initiative für Internationalen Kulturaustausch e.V.

Zur Bettfedernfabrik 1, 30451 Hannover

Tel.: 0511-44 04 84

info@iik-hannover.de

www.iik-hannover.de


Das Sommerfest der Initiative für Internationalen Kulturaustausch (IIK) begeisterte in der Faust-Warenannahme
28.06.2018
„Alle, die mit uns gemeinsam einen interkulturellen Austausch und dessen Vielfalt friedlich und bunt feiern möchten, sind herzlich eingeladen!“, begrüßte die Leiterin der Initiative für Internationalen Kulturaustausch (IIK), Mahjabin „Lipi“ Ahmed, die zahlreich erschienenen Gäste. Unter ihnen auch Konstanze Beckedorf, städtische Sozial- und Sportdezernentin, und Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube.

"Texturen" - ein Schreibprojekt von Faust: Mitmacher gesucht!
28.06.2018
Geschichten über das Zusammenleben in Linden
Eine A4 Seite und Sie sind/Du bis dabei!

Mit Gruppen und Einzelpersonen, allen Interessierten aus dem Stadtteil, wollen wir zum Thema „Zusammenleben im Stadtteil Linden“ einen internetbasierten Text mit vielfältigen Textpfaden produzieren. Wir freuen uns über alle, die Interesse haben mitzumachen.
Ziel dieses Projektes ist es, eine Erzählung zu schreiben, deren einzelne Kapitel von unterschiedlichen Menschen verfasst wurden und die sich, ausgehend von einem gemeinsamen Ausgangskapitel, vielfältig verzweigt. Siehe - www.texturen-linden.de -. Die Einzelkapitel werden über Links miteinander verbunden - http://www.kulturzentrum-faust.de/ebook-texturen-des-zusammenlebens/kapitel-1-ein-morgen-in-linden.html -. Zu jedem Kapitel können dabei Alternativkapitel angelegt werden. So entstehen unterschiedliche Textpfade, welche eine Vielzahl von Sichtweisen und Erfahrungen aus dem Stadtteil wiedergeben.

Thema aller Geschichten soll das Zusammenleben im Stadtteil sein. Darüber hinaus gibt es keine inhaltlichen Vorgaben. Mitmachen können alle Interessierten, sowohl Gruppen als auch Einzelpersonen aus Linden oder mit Bezug zu diesem Stadtteil. Es ist möglich, einzelne oder auch mehrere aufeinanderfolgende Kapitel beizusteuern.
Dabei sollte das Ende durchaus offen sein, damit andere Bezug nehmen und mit der Erzählung fortfahren können. Die einzelnen Kapitel sollten vom Umfang her auf keinen Fall länger als eine DIN-A4-Seite sein, gerne jedoch kürzer.

Kontakt:
www.texturen-linden.de
texturen@kulturzentrum-faust.de
Fußballturnier „Kicken gegen Vorurteile“ – seit elf Jahren eine Erfolgsgeschichte
26.06.2018
Fast alle reden von Fußball. Nicht nur in Russland – auch in Hannover: Samstag nachmittag den 23.06.2018 spielten acht bunt gemischte Mannschaften vor einem bis zu 700-köpfigen Publikum im Erika-Fisch-Stadion.

Infoveranstaltung: Einblicke und Antworten zum Familiennachzug
28.05.2018
Vielen Geflüchteten wird das Recht auf ein Zusammenleben mit Familienangehörigen verweigert. Unter dem Motto „Familie Willkommen“ wurde darüber im Kulturzentrum Faust diskutiert.

„Willkommenskultur geht nicht ohne Familiennachzug“, sagt Lipi Mahjabin Ahmed in ihren Begrüßungsworten. Die von ihr geleitete Initiative für Internationalen Kulturaustausch (IIK e.V.) hatte am 23. Mai 2018 in die Faust-Warenannahme geladen. Zusammen mit dem Flüchtlingsrat Niedersachsen und dem Kulturzentrum Faust. „Wir wollen einen Einblick geben in die Lebenswirklichkeit der betroffenen Geflüchteten“, heißt es in der Einladung zur Veranstaltung, „und stellen Geschichten vor von Menschen, die ihre Familie wiedergefunden haben – oder auch nicht“.

„Hoffnung wechselt sich ab mit Zweifeln“ - so Tagebuchnotizen eines syrischen Flüchtlings, die zu Beginn der Veranstaltung verlesen werden. Ergreifende Einzelschicksale voller Zerrissenheit und Not: „Wenn ich nach Afghanistan zurückkehre, bin ich innerhalb eines Tages tot“, hat ein anderer notiert. Immer wieder geht es bei den Betroffenen um das Zusammensein mit den Angehörigen, um die Wichtigkeit des familiären Zusammenhalts. Für viele Geflüchtete ein unerfüllter Traum.

Über die „Praxis der Verhinderung zur Herstellung der Familieneinheit“ spricht Karim Alwasiti vom Flüchtlingsrat Niedersachsen in seinem einleitenden Vortrag: „Es wird alles dafür getan, möglichst wenig Visa erteilen zu müssen.“ Lange Bearbeitungszeiten und hohe bürokratische Hürden seien normal, wenn Geflüchtete Anträge auf Familiennachzug stellten. Nur Asylberechtigte nach Grundgesetz oder nach Genfer Konvention Anerkannte genießen volle Rechte. Der Rechtsanspruch auf Familiennachzug für alle anderen - es handelt sich derzeit um ca. 205.000 „subsidiär geschützte“ Personen - ist seit 2016 ausgesetzt. Die Große Koalition hat sich allerdings darauf verständigt, dass ab August 2018 monatlich bis zu 1000 Angehörige – plus Härtefälle – einreisen dürfen. Alwasiti: „Dieser Gesetzentwurf ist ein Schlag ins Gesicht aller Unterstützer!“

„Niemand in meiner Partei ist mit diesem Kompromiss zum Familiennachzug glücklich“, räumt Yasmin Fahimi (SPD) ein: „Ich will alle hier ermuntern, eine laute Stimme zu sein“. Die prominente hannoversche Bundestagsabgeordnete eröffnet mit starken Worten die von Kai Weber, dem Geschäftsführer des Flüchtlingsrats Niedersachsen, moderierte Podiumsdiskussion. „Das Maß der Unmenschlichkeit, das wir auf diesem Planeten erleben, ist unerträglich,“ sagt Fahimi. Und zum Thema Asyl: „ Die Stimmung ist dramatisch gekippt!“

„Jetzt haben wir viele Rückschläge. So wird die Integration nicht laufen. Dabei haben wir davon geträumt, in Deutschland eine Perspektive zu haben“, so der Diskussionsbeitrag von Fahad Al-Hutaimi, einem anerkannten Flüchtling aus Syrien: „Wir haben allen Respekt der deutschen Gesellschaft gesehen. Wir reden über Werte und über Humanität. Aber wir haben das nicht geschafft!“

Benedikt Behlert von der Uni Bochum kommentiert den Gesetzentwurf der Großen Koalition zum Familiennachzug als weitere Restriktion in Folge der bereits verabschiedeten „Asylpakete“. Der weitere Verlauf der Diskussion gleitet ins Parteipolitische ab, die ehemalige SPD-Generalsekretärin Fahimi dominiert die Debatte. Sie beschwört „Integration und Zusammenhalt in unserem Land“ und wird aus dem Publikum heraus von einer Linken-Aktivistin polemisch angegriffen. Ein schönes Schlusswort spricht Flüchtling Al-Hutaimi: „Deutschland ist bunt und wir gehören dazu!“

Wolfgang Becker
MiSO e. V.
27.09.
Rolle der Migrantenorganisationen zur
Gestaltung nachhaltiger Integration
Präsentiert von: MiSO e. V.
Um 15:00 Uhr
Eintritt: frei
© Foto: Subhrajit Bhattacharjee
28.09.
Benefizkonzert, Reportage & Fotoausstellung in der Christuskirche
Präsentiert von: AK BIN
19 Uhr, Einlass 18:30 Uhr
Eintritt: frei. Spenden erwünscht
Christuskirche
Conrad-Wilhelm-Hase-Platz 1
30167 Hannover-Nordstadt
09.10.
Veranstaltung nur für Frauen im Internationalen Frauentreff La Rosa
Präsentiert von: kargah e. V.
18 Uhr
Eintritt: frei - nur für Frauen
La Rosa-Café / kargah Haus
Zur Bettfedernfabrik 1
30441 Hannover - Linden Nord
17.10.
"nur für Vorstände und Einladungsgäste"
Präsentiert von: kargah e. V.
Um 16:30 Uhr
Zur Bettfedernfabrik 1
30451 Hannover
MiSO e. V.
19.10.
Präsentiert von: MiSO e. V.
13:30 - 19:30 Uhr
Eintritt: frei
Sprache: Deutsch
Neues Rathaus Hannover
Trammplatz 2
30159 Hannover
MiSO e. V.
19.10.
Die Konferenz findet in Kooperation mit der Landeshauptstadt Hannover statt.
Präsentiert von: MiSO e. V.
14 - 19:30 Uhr
Eintritt: frei
Neues Rathaus
- Mosaiksaal -
Trammplatz 2
Hannover - Mitte
21.11.
"nur für Vorstände und Einladungsgäste"
Präsentiert von: ADV Nord e. V.
Um 16:30 Uhr
Göttinger Chaussee 115
30459 Hannover

© 2018 MiSO-Netzwerk Hannover e. V.