MiSO-Netzwerk Hannover e. V.

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Sie können den Newsletter nicht lesen? Hier online ansehen. Ausgabe: 2/2018 vom 11.06.2018



Ausgabe 2/2018

Koordination: Dr. Tatiana Czepurnyi, Dimitrij Czepurnyi & Wolfgang Becker (V.i.S.d.P.)

Inhalt

  • Vorwort
  • Termine
  • Vorschau Migrationskonferenz Oktober 2018
  • Unterschriftensammlung / Petition an Stadt und Region Hannover
  • House of Resources 2018
  • Bericht zum Projekt „Austauschen und Ausfliegen“
  • NeMO-Projekt „Wir sind viele – Einwanderungsgesellschaft für heute und morgen neu denken“ – Rückblick & Ausblick in Hannover
  • Bericht samo.fa-Workcamp „DUAL VET – Flüchtling ist kein Beruf“ – Kirchheim
  • MiSO-MitarbeiterInnen stellen sich vor – hier: Lesia Brezitska
  • „Wir sind eine bunte Gruppe“ – das neueste MiSO-Mitglied Afropäa Hannover e.V.

Vorwort

Unser zweiter MiSO-Newsletter in diesem Jahr wünscht allen LeserInnen einen schönen Sommer! April und Mai haben uns ja mit sommerlichen Temperaturen schon reichlich verwöhnt. Hoffen wir, dass es weiter so schön bleibt.

Gutes Wetter wünschen wir auch dem Fußballturnier „Kicken gegen Vorurteile“, dem IIK-Sommerfest und natürlich auch der MiSO-Klausurtagung im Harz. Bis dahin hier noch Informationen zu der am 19. Oktober im Neuen Rathaus geplanten Migrationskonferenz und zur Unterschriftensammlung mit Forderungen an die Kommunalpolitik. Ebenso zum von der Region geförderten, aber leider auslaufenden Projekt „Austauschen und Ausfliegen“ sowie zu samo.fa und dem „DUAL VET 2018 – Workcamp“ in Kirchheim (von hier stammt das obige schwungvolle Foto) sowie zum Stand des NEMO-Projektes „Wir sind viele“. Die MiSO-Mitarbeiterin Lesia stellt sich vor und es gibt einen kurzen Bericht zur Durchführung von „House of Resources“. Abschließend Informationen zum Verein Afropäa Hannover e.V., der am 16. Mai 2018 als 40. Mitglied in das MiSO-Netzwerk Hannover e.V. aufgenommen wurde.

Termine

23. Juni, 13 – 21 Uhr, „Kicken gegen Vorurteile“ (ADV Nord)
Erika-Fisch-Stadion, Ferdinand-Wilhelm- Fricke-Weg 2A, 30169 Hannover

24. Juni, 12 – 18 Uhr, IIK – Sommerfest, Faust-Warenannahme
Zur Bettfedernfabrik 3, 30451 Hannover

17.-18. August, MiSO – Klausurtagung in St. Andreasberg (Harz)
Anreise: Freitag 14.00 Uhr, Abreise: Samstag 16.30 Uhr. Eintritt: frei, für MiSO-Mitglieder. Sonnenberg-Kreis e.V., Clausthaler Str. 11, 37444 St. Andreasberg

Vorschau Migrationskonferenz Oktober 2018

Die MiSO-Arbeitsgruppe „Partizipation“ hat vor geraumer Zeit mit den Planungen für die nächste, also die dritte Migrationskonferenz, begonnen. Sie soll voraussichtlich am Freitag, dem 19. Oktober 2018 stattfinden. Ort wird – wie schon 2016 (s. Foto) das Neue Rathaus sein. Die Konferenz wird gemeinsam mit der Landeshauptstadt Hannover geplant. Ein Schwerpunkt der Konferenz wird die Neuauflage des Lokalen Integrationsplans (LIP) sein. Motto: „Ein Rückblick – und wie geht es weiter?“ Neben mehreren Workshops soll wieder ein Fachvortrag (wie 2016) stattfinden, angefragt dazu ist der Journalist und Migrationsforscher Mark Terkessidis.

Unterschriftensammlung / Petition an Stadt und Region Hannover

Mindestens 5.000 Menschen in der Hannover-Region sollen mitmachen

Mit in 10 Sprachen übersetzten Forderungen von MigrantInnen ist das MiSO-Netzwerk Hannover e.V. mit Unterstützung des Bundesverbands NeMO seit Ende April 2018 an die Öffentlichkeit gegangen. Der Forderungskatalog umfasst insgesamt neun Punkte: Sie reichen vom kommunalen Wahlrecht, über die Förderung der Herkunftssprachen bis zu Verbesserungen für Geflüchtete und eine intensive Beteiligung von MSO am Lokalen Integrationsplan (LIP).

Bisher wurden die Forderungen über 400 mal unterschrieben. Auch der gesamte Vorstand des NeMO-Bundesverbands hat unterzeichnet. Aber noch ist viel Luft nach oben. Es gibt ein ehrgeiziges Ziel: Bis zum kommenden Herbst sollen mindestens 5.000 Unterschriften zusammenkommen und an die Verantwortlichen in Landeshauptstadt und Region Hannover übergeben werden. Alle MiSO-Mitglieder sollten hier ihren Beitrag leisten.

Parallel wurde mit den gleichen Forderungen im Internet auch eine online-Petition gestartet. Sie ist unter https://www.openpetition.de/petition/online/forderungen-von-migrantinnnen-an-die-lh-und-region-hannover-fuer-mehr-teilhabe-und-gerechtigkeit zu erreichen. Hier kann jede/r bequem von zu Hause teilnehmen.

Die Unterschriftenlisten gibt es in Deutsch und in 10 andere Sprachen übersetzt als pdf zum downloaden auf der MiSO-Website www.miso-netzwerk.de. Erhältlich sind die Listen auch im MiSO-Büro im Mengendamm 12 (Hannover-List). Sie können auf Wunsch dort ausgedruckt und zugeschickt werden.

House of Resources 2018

Vernetzungstreffen von House of Resources in der MiSO-Zentrale am 8. Mai 2018: „Man kann sich gar nicht genug vernetzen,“ sagt eine junge Iranerin, „ich bin total happy, heute hier zu sein.“ 12 TeilnehmerInnen und 5 MiSO-MitarbeiterInnen tauschen sich aus, besichtigen gemeinsam den auf der Etage neu eingerichteten „Co-Working-Space“ mit vier Bildschirmarbeitsplätzen (Foto), der jetzt allen Interessierten offensteht. „Wir haben ein großes Interesse an Kooperation,“ sagt Ina vom Verein Märchenkoffer. Bala vom Indischen Verein ist froh, dass es bei MiSO „genug Manpower“ gibt, um Förderanträge formal zu unterstützen: „Das ist richtig großartig!“

MiSO führt seit 2016 in Hannover und der Region das Programm „House of Resources“ (HoR) durch. Finanziert wird es aus Bundesmitteln (BAMF). Vorrangige Ziele sind die Stärkung von Organisationsstrukturen – insbesondere bei migrantischen Initiativen – und die Förderung von Teilhabe und ehrenamtlichem Engagement. Neben Beratung, Schulung und Vernetzung bietet das von MiSO koordinierte Programm auch eine finanzielle Förderung von Projekten.

Dazu können in diesem Jahr Förderanträge für Kleinprojekte bis zu 500€, die bis zum 30. Oktober eingereicht werden können. Größere Projekte bis 2.500€ waren schon bis zum 22. Mai zu beantragen. Im Sommer 2018 wird es hierfür einen zweiten Antragstermin geben. Kooperationen mit anderen Initiativen sind möglich. Über die Vergabe entscheidet eine Jury, Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht. „Die Mittel werden vergeben, bis der Topf leer ist“, sagt HoR-Projektleiter Abayomi Bankole: „Dann müssen wir am Bahnhof singen gehen!“

Das HoR hat eine eigene Internetseite www.house-of-resources-hannover.de. Insbesondere sind dort auch Erläuterungen zu allen formalen Anforderungen an Projektanträge zu finden. Dazu liefert ein Video https://youtu.be/re0SMro5QXg Eindrücke vom hannoverschen House of Resources sowie seinen Aktivitäten und Akteuren.

Bericht zum Projekt „Austauschen und Ausfliegen“

Mit dem Projekt „Austauschen und Ausfliegen“ war es geplant, Raum für Begegnung, Information und gemeinsame Erlebnisse für ältere Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zu schaffen. Die Aktion des MiSO-Netzwerks ist seit 2016 von der Region Hannover aus dem Fonds „Miteinander – Gemeinsam für Integration“ gefördert worden. Im Vordergrund stand das Kennenlernen und der Austausch mit Menschen aus anderen Kulturen.

Im Rahmen des Projektes wurden im Jahr 2018 drei gemeinsame Ausflüge durchgeführt:

  1. Nach Hamburg ging es im Februar mit 37 TeilnehmerInnen russischer, vietnamesischer und türkischer Herkunft. Nach einer Stadtrundfahrt mit dem gemieteten Bus, die uns an der „Blauen“ Moschee vorbei führte, besichtigten wir die evangelische Hauptkirche Sankt Michaelis, die Elbphilharmonie und die Speicherstadt. Trotz des schlechten Wetters war die Stimmung bei den Teilnehmer/innen sehr gut.
  2. Im April besuchten 57 TeilnehmerInnen mit türkischer, vietnamesischer, ukrainischer, afrikanischer und deutsch-russischer Herkunft zusammen mit Mitgliedern des Seniorenbeirats die Stadt Lübeck und Travemünde.
  3. Der dritte Ausflug führte im Mai zahlreiche TeilnehmerInnen mit zwei Bussen nach Bremerhaven, wo das Klimahaus oder das Auswandererhaus zur Besichtigung zur Auswahl standen. Ein weiteres Highlight war eine Bootsfahrt durch den Hafen von Bremerhaven und ein gemeinsamer Café-Besuch.

Im Rahmen des Projektes wurden auch Vorträge in den Herkunftssprachen zu Themen, die für Senioren/innen wichtig sind, durchgeführt. Der Verein Tolstoi e.V. organisierte folgende Themenvorträge:

  1. Ernährung im Alter
  2. Langlebigkeit
  3. Service der Apotheken für ältere Menschen
  4. Diskriminierung
  5. Kulturelle Aktivitäten im Alter – Theater

NeMO-Projekt „Wir sind viele – Einwanderungsgesellschaft für heute und morgen neu denken“

Rückblick & Ausblick in Hannover

Dank der sehr herzlichen Aufnahme durch die Kolleginnen und Kollegen in der MiSO-Geschäftsstelle und aufgrund der vielen freundlichen, intensiven und sehr persönlichen Gespräche mit den Vertreter*innen aus den MiSO-Mitgliedsvereinen fühlen Seve & Cord sich sehr willkommen, gut aufgenommen und sind bereits in viele Abläufe und Aktivitäten bestens integriert. Man könnte auch sagen: Sie haben eine neue berufliche Herausforderung gesucht und dabei eine neue Heimat gefunden!

Von links: Projektteam Hans-Cord Völxen und Séverine Jean (NEMO) mit MdL Alptekin Kirci (SPD)

Ihre Projektaktivitäten in Hannover sind genauso bunt und vielfältig wie MiSO selbst. Die Unterstützung der MiSO-Geschäftsstelle und der Vereine beim Projekt „Misch dich ein!“ wurde genauso erfolgreich umgesetzt wie die Unterstützung der MiSO-Petition mit „Migrantischen Forderungen an die Stadt und Region Hannover“. Hinzu kommen die Organisation und Durchführung einer Fortbildung zum Thema „Mehrfachidentität und interkulturelle Kommunikation“ für Mitarbeitenden der Handwerkskammer Hannover, ein mehrtägiger Empowerment-Workshop für junge (Flucht-)Migranten an der Schwelle zur Ausbildung, Grundzüge einer Organisations- und Entwicklungsberatung für zwei MiSO-Mitgliedsvereine und ein hoffentlich zukünftiges MiSO-Mitglied. Weiterhin die Teilnahme an dem tollen Workshop „Taking Part“ von u.a. ADV Nord, Hakili So und Afropäa sowie an vielen interessanten Sitzungen und AGs. Parallel dazu setzen die beiden auch den Informations- und Sensibilisierungsauftrag des Projektes um und haben dies bereits wichtigen Vertreter*innen aus Verwaltung und Politik (u.a. Doris Schröder-Köpf, MdL und Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Yasmin Fahimi, MdB und Alptekin Kirci, MdL, Integrationsbeiräte auf Bezirksratsebene) vorgestellt. Fazit und Feedback: tolles Projekt, wichtiges Thema, gemeinsame nächste Schritte sind verabredet.

Als einen der nächsten Schritt planen die beiden entsprechend der im Austausch mit den MiSO-Mitgliedern aufgenommenen und geäußerten Wünsche und Bedürfnisse im Spätsommer und Herbst eine mehrtägige Fortbildungsreihe mit dem Arbeitstitel „Von der Wurzel bis zur Frucht“. Diese Fortbildungsreihe hat besonders die vereinsübergreifende Förderung und das Empowerment von Jugendlichen und jungen Erwachsenen der MiSO-Mitglieder zum Ziel, damit diese auch für zukünftiges Engagement in den Vorstandsstrukturen der MiSO-Mitglieder gewonnen und vorbereitet werden können. Dies werden sie auf der nächsten Vorstandssitzung von MiSO am 20.06.2018 vorstellen. Alle interessierten Mitglieder von MiSO sind dann von Seve und Cord zu einem Planungsgespräch am 14.08.2018 um 18.00 Uhr in die MiSO-Geschäftsstelle herzlich eingeladen. Dabei wollen die beiden euch erste mögliche Inhalte vorstellen und gemeinsam mit euch ins Gespräch kommen, welche Inhalte der geplanten Fortbildung weggelassen oder ergänzt werden sollen, um dieses Angebot genau auf die Bedarfe der MiSO-Mitglieder und der besonderen Zielgruppe „Junge Migrant*innen in MSO“ abzustimmen.

Bericht samo.fa-Workcamp „DUAL VET – Flüchtling ist kein Beruf“ – Kirchheim

In der Woche vom 16. bis 22.4.2018 fand die vom MiSO-Netzwerk im Rahmen des samo.fa-Projekts organisierte Seminarfahrt „DUAL VET 2018 – Flüchtling ist kein Beruf“ statt. Ziel war das Feriendorf Eisenberg „Günter Richta“ in Kirchheim Hessen, Zielgruppe Geflüchtete mit Interesse an einer dualen Ausbildung. In insgesamt 22 Doppelstunden konnten sich die 25 Teilnehmenden in diesem Zusammenhang über rechtliche, soziale und formale Fragen informieren.

Dabei wurden unter anderem Informationen über die Voraussetzungen für eine Ausbildung, Rechte und Pflichten Auszubildender, inhaltliche und finanzielle Unterstützung, Ausbildungsordnungen und –Verträge, Berufsschule, Prüfungen und Wohnungsfragen vermittelt. Außerdem organisierten Referenten von Phoenix e.V. aus Berlin und die Linden Legendz Empowerment-Workshops, bei denen die Teilnehmenden lernten, wie man als von Rassismus betroffener trotzdem seine Ziele verfolgen kann. Durch die strukturierte Arbeitsweise in den Seminaren konnten die Teilnehmenden einen Eindruck davon erhalten, wie es später in der Berufsschule laufen kann. Wegen des guten Wetters fanden die Veranstaltungen teilweise sogar draußen statt. Bei dem Projekt samo.fa handelt es sich um ein Bundesprojekt, das seit 2016 bundesweit durchgeführt wird, aktuell in 32 Städten Deutschlands. Das Projekt samo.fa endet im Dezember 2018 mit der Maßgabe an die 32 durchführenden Vereine, länderspezifische Finanzierungen für die als erfolgreich identifizierten lokalen samo.fa-Arbeitsschwerpunkte zu entwickeln und umzusetzen.

Ein erfolgreicher Arbeitsschwerpunkt von samo.fa Hannover ist der Bereich „Berufsausbildung und Arbeit“. So fand in der Woche auch ein Treffen der samo.fa-Projektleiter für diesen Arbeitsschwerpunkt unter der Zielstellung der Nachhaltigkeit statt, so dass sich bis zu 50 Personen im Rahmen dieser Workshopreihe auf dem Gelände befanden.

Neben den Seminaren gab es ein vielfältiges Freizeitangebot: So spielten die Geflüchteten nach den Veranstaltungen gemeinsam Fußball, Basketball, Tischtennis und Minigolf, badeten im See, musizierten, tanzten und grillten ausgelassen bis in die Nacht am Lagerfeuer. Die ausgewogene Mischung aus Arbeitsatmosphäre und Freizeit, insbesondere die gemeinsamen Abende am Lagerfeuer und das Kulturprogramm der Linden Legendz, boten den Teilnehmenden viele Möglichkeiten, sich ungezwungen kennenzulernen und zu vernetzen, was darüber hinaus dem Abbau von Vorurteilen und dem Gemeinschaftsgefühl zuträglich war. Die Stimmung unter den Teilnehmenden war auch deswegen vom ersten Tag an dem Wetter entsprechend sehr gut, auch zwischen denen unterschiedlicher kultureller Herkunft.

MiSO-MitarbeiterInnen stellen sich vor – hier: Lesia Brezitska

Mein Name ist Lesia Brezitska. Ich bin Ukrainerin und lebe in Deutschland seit fast fünf Jahren. Auf das MiSO-Netzwerk bin ich über den ADV-Nord aufmerksam geworden. Dort habe ich für Erwachsene und Kinder mit Flucht- und Migrationshintergrund Deutsch und Englisch unterrichtet. Bei MiSO habe ich mich erstmal als Ehrenamtlerin für das samo.fa-Projekt und später als Promoterin für das House of Resources engagiert. In diesem Jahr habe ich auch teilweise Aufgaben im Verwaltungsbereich übernommen und arbeite seitdem in Halbzeit.

Bei mir habe ich schon immer die Neigung zum Erkunden verschiedener Sprachen und Kulturen gespürt. Mein vorheriger Studienabschluss in Lehramt für Englisch, Weltliteratur und Deutsch und das jetzige Erwerben eines in Politologie geben mir Motivation und Sicherheit, in dem aktuellen soziokulturellen Feld zu agieren. Die Arbeit bei MiSO empfinde ich für mich persönlich als Eröffnung neuer Horizonte und generell als eine wichtige Schnittstelle zur Verständigung zwischen Bürgern unterschiedlicher Herkunft in der deutschen Gesellschaft.
Meine Freizeit versuche ich vielfältig zu gestalten: mit einem interessanten Sachbuch, einem spannenden Konzert, einem inhaltlichen Film oder einem guten Gespräch mit Freunden. Gerne philosophiere ich einfach und mache Sport wie Schwimmen, Joggen oder Tanzen. Obwohl ich eher nur bei Gelegenheit reise, wünsche ich es mir öfter. Und der von Frank Sinatra gesungene Satz: „These vagabond shoes are longing to stray“ passt genau zu mir.

Ich freue mich über das eine Jahr, bei MiSO tätig zu sein und auf weitere Zusammenarbeit. Ich bin auch stolz, dadurch einen kleinen Beitrag zur bürgerschaftlichen Integration leisten und Aufgaben tieferen Sinns erfüllen zu dürfen.

„Wir sind eine bunte Gruppe“ – das neueste MiSO-Mitglied Afropäa Hannover e.V.

Victor Gyamfi ist Vorstand von Afropäa Hannover e.V.. Er ist 29 Jahre alt und auf dem Gruppen-Foto als Dritter von rechts zu sehen. Der im Dezember 2015 gegründete Verein ist im Mai 2018 dem MiSO-Netzwerk beigetreten – als jüngste und 40. Mitgliedsorganisation.

Bitte stell Dich und Deine Funktion im Verein kurz vor.

Als 1. Vorsitzender gehört es zu meinen Aufgaben den Verein nach außen zu vertreten, Anträge zu stellen, Kooperationsgespräche zu führen, Sitzungen zu organisieren und zu leiten. Dazu kommt das Vorantreiben des inneren Vorschlagswesens, was gleichzeitig zur Weiterentwicklung der Strategie beiträgt. Ich sehe mich auch als Katalysator für die Errungenschaften der ersten Generation der afrikanischen Migranten. Ideell gesehen organisiere ich Raum und Zeit, um dem Gefühl in zwei Welten zu leben Bedeutung zukommen zu lassen.

Woher kommt der Name Afropäa und was macht der Verein konkret?

Der Name Afropäa beschreibt ein Zeitalter, in dem die Potenziale der Nord-Süd Achse in beide Richtungen erkannt und nachhaltig genutzt werden. Der Begriff löst sich bewusst von der Wortendung “er”, die sich auf die Menschen bezieht, um sich auf die Orte und Zeiten konzentrieren zu können, in denen wir gemeinsam leben. Außer der Arbeit mit Migranten und Geflüchteten entwickelt der Verein Konzepte für bilateralen Kultur- und Technologietransfer.

Im Jahr 2017 seid Ihr über das House of Resources finanziell gefördert worden. Um welche Projekte ging es dabei?

Konkret ging es um den Aufbau einer Vereinshomepage und ein Integrationsprojekt für Geflüchtete der BBS 2 in Hannover. Beim Aufbau der Homepage konnten wir durch die Förderung einen professionellen Webdesigner beauftragen und haben uns in regelmäßigen Abschnitten in einer Arbeitsgruppe getroffen um die Inhalte zu erarbeiten. Im BBS 2 Projekt haben wir in Kooperation mit dem Linden Legendz e.V. Workshops zu den Themen Kunst, Musik und Kreativität veranstaltet, um das Kulturzentrum in der Nieschlagstraße 1A für Geflüchtete der Berufsbildenden Schule zu öffnen.

Ihr habt einen sehr spezifischen Blickwinkel auf Afrika. Gibt es konkrete Vorhaben?

Wir wollen, beginnend mit einer Afrobibliothek in Hannover, weitere Afropäa Vereine in Afrika gründen oder mit gleichgesinnten NGOs kooperieren, um Möglichkeiten des gegenseitigen kulturellen und technologischen Einblicks zu ermöglichen. So sollen mittelfristig kleine Delegationen aus afrikanischen Partnerländern nach Hannover kommen können und anders herum auch aus Hannover in die afrikanischen Partnerländer. Aus diesem regelmäßigen Austausch werden dann – mit Unterstützung internationaler Organisationen und Fördergelder – wirtschaftliche Ausgründungen unterstützt, die zum Zweck der Kapazitätenbildung auf das interkulturelle Netzwerk von Afropäa und den Kooperationspartnern zurückgreifen können. So können wir Fluchtursachen vor Ort reduzieren. Es entstehen dort nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Perspektiven für unsere Mitglieder, von denen die meisten zur zweiten Generation afrikanischer Einwanderer in Deutschland gehören, die sich oft eher in Afrika sehen als hier, im zwar grundsätzlich offenen, aber wenig interaktiven Deutschland.



 

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