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Länderabend – vier MiSO-Mitglieder stellen ihre Länder vor

5 Minuten Lesezeit

Im Rahmen des Projekts „House of Resources“ lud MiSO am 18. Dezember 2022 zum Länderabend im Freizeitheim Linden ein. Vier Vereine stellten ihre Länder vor.

Nach einer Initiative des Syrischen Kulturvereins e.V. und im Zusammenschluss mit der Afghanischen Frauengruppe, Freunde für Galy e.V. und dem Ukrainischen Verein in Niedersachsen e.V. fand nun erstmals dieses Format einer gemeinsamen interkulturellen Veranstaltung innerhalb des MiSO-Netzwerkes statt, Es ging um gemeinsames Miteinander und Vernetzung der einzelnen Mitgliedsorganisationen, aber auch um Wertschätzung und Außenwirkung.

Bei dieser einzigartigen Begegnung mit den unterschiedlichsten Menschen, die etwas über ihre fernen Heimatländer erzählten, wurde den Gästen am 4. Advent ein lebendiges Programm mit Weltmusik, Modenschau, Trommelworkshop und internationalem Essen geboten.

Dr. Bala Ramani, Ratsherr der SPD, begrüßte die Teilnehmenden im Namen der Politik. Dies ist für die Arbeit der Migrantenselbstorganisationen ein wichtiges Zeichen. Der Politiker ist in der Migrations- und Integrationsarbeit aktiv und sieht die Notwendigkeit interkultureller Arbeit. Deren Ziel sei das gegenseitige Akzeptieren und Respektieren, denn das ergebe die Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander, so Dr. Bala Ramani.

Damaskus: Älteste Stadt der Welt?

Der Syrische Kulturverein zeigte ein Video in dem neben der geografischen Lage des Landes, die Geschichtsträchtigkeit vorgestellt wurde. Damaskus, die Hauptstadt Syriens, ist die älteste bewohnte Stadt der Welt, erfuhren die Zuschauer. In Syrien gab es das erste Alphabet und das erste Lied. Musik, Tanz und Essen spielen eine wichtige Rolle im Alltag der Menschen. Dass die Heimatliebe unvergessen bleibt, wurde nicht nur beim ersten Beitrag des Abends klar. „Ich habe mein Land vermisst“ hieß es nach dem Video vom Vereinsmitglied. Dann folgte mitreißender Gesang mit Spiel auf dem Saiteninstrument Oud.

Die Ukraine ist der geografische Mittelpunkt Europas

Der Ukrainische Verein Niedersachsen stellte sein Land als stark, unabhängig und jung vor. Es ist der geografische Mittelpunkt Europas und die Hauptstadt ist Kiew, erfuhren die Gäste. Das Land Ukraine liegt an zwei Meeren, hat eine wunderschöne Natur und historische Architektur. Sogar die erste Verfassung Europas geht auf die Ukraine zurück. Wichtige Persönlichkeiten des Landes aus der aktuellen Zeit sind die Klitschko Brüder (Boxer) und der Mitbegründer des Zahlsystems PayPal Max Levchin. Kostproben aus der überwiegend vegetarischen ukrainischen Küche gab es gegen Ende des Abends beim gemeinsamen Büffet aller teilnehmenden Organisationen von MiSO.
Zum Abschluss des Vortrags des UVN spielte die ukrainische Künstlerin Anna Sonyk Musik auf einem kulturell und historisch wichtigem Instrument aus dem 16. Jahrhundert. Die Bandura hat 65 Saiten und auf ihr können klassische sowie moderne Lieder gespielt werden.

Größte Klimaschwankungen in Afghanistan

Die afghanische Frauengruppehatte ebenfalls einen interessanten Vortrag über ihre Heimat vorbereitet. So gibt es dort die größten Klimaschwankungen von -50° bis +55° und in vielen Regionen gibt es wenig Pflanzen, erfuhren die Zuhörer. Die Hauptstadt ist Kabul und am meisten exportiert das Land Schaf-Felle. In Afghanistan ziehen Nomaden mit Tieren umher. Die Küche besteht hauptsächlich aus Reis mit Hammelfleisch und Fladenbrot. Das Nationalgetränk ist Chai. Die Farben der afghanischen Flagge stehen für Trauer (schwarz), Blut (rot) und den Islam (grün), dies ist auf die konfliktreiche Geschichte des Landes zurückzuführen. Der Vortrag wurde mit afghanischer Musik untermalt.

In Galy hat die Natur alles vor Ort, was zum Leben gebraucht wird

Freunde für Galy e.V. hatten den letzten Vortrag am Länderabend und präsentierten Guinea, ein Land Westafrikas mit ca. 13 Mio Einwohner*innen. Guinea war eine französische Kolonie, wodurch die Landessprache Französisch ist. Die Hauptstadt ist Conakry. Das Land ist mit 85% überwiegend muslimisch. Das Leben auf dem Land in Guinea ist sehr naturnah. Die Häuser werden zumeist aus Naturmaterialien gebaut. Es ist kein Supermarkt nötig, da die Natur alles vor Ort hat, was zum Leben gebraucht wird. Das Essen besteht aus Reis mit Fleisch und Gemüse. Das Klima ist feucht, es gibt abwechselnd Regen und Sonne, sodass der Boden sehr fruchtbar ist.
Freunde für Galy fördern die Schulen im Ort Galy, erzählten die Mitglieder. Sie spenden Schulmaterialen und renovieren die Schulplätze. Das Trommeln hat einen kulturell wichtigen Hintergrund. Es diente als Kommunikationsmittel, zur Überbringung von Botschaften. Da ist es also naheliegend, dass der Beitrag des Vereins mit einem Trommelspiel des Künstlers Mo Bittaye abgeschlossen wurde.

Verbindungsstücke gibt es immer 

Nachdem alle Länder des Abends in ihren Vorträgen die Kulinarik erwähnt haben, konnten die Besucher*innen das abschließende Buffet kaum erwarten. Es war wie ein Besuch in vier Restaurants gleichzeitig. Ziel der interkulturellen Arbeit ist das gegenseitige Akzeptieren und Respektieren, denn das sind die Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander. Es ist nicht möglich die Impressionen und Emotionen in Text und Bild auszudrücken. Interkulturelle Begegnung ist etwas ganz Besonderes und der Besuch solcher Veranstaltungen lohnt sich. Denn Verbindungsstücke gibt es immer wie hier das Essen und die Musik. Nach dem Essen fanden sich Besucher*innen zusammen und spielten afrikanische Trommeln mit syrischem Oud und Gesang. Unvergesslich!

Amina Denkena

MiSO-Netzwerk Hannover e. V.

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