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Nicht über, sondern mit Menschen reden, die hier leben und Teil der Gesellschaft sind

4 Minuten Lesezeit

Perspektiven erweitern. Handlungen gemeinsam ableiten. So die Empfehlung aus einer Diskussionsveranstaltung zum Thema „Gegenhalten! Wie weiter im Kampf gegen Rechts?"

Am Dienstag, den 7. Mai 2024, veranstaltete die Rosa-Luxemburg-Stiftung die Podiumsdiskussion „Gegenhalten! Wie weiter im Kampf gegen Rechts?“, zu der vier zivilgesellschaftliche Akteur*innen eingeladen waren. In einer Runde bestehend aus Andrea Wemheuer (Landesbezirksleiterin ver.di Niedersachsen-Bemen), Markus Breuckmann (Katholische Kirche), Reinhard Schwitzer (Vorsitzender SG 1874) und Lipi Ahmed, unserer Geschäftsleitung und Vorstand des Dachverbandes MiSO e.V., tauschten sich die Akteur*innen über die Folgen der correctiv-Recherchen aus und wie die Entwicklungen in der deutschen Gesellschaft daraufhin wahrgenommen wurden.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung hatte sich insbesondere die Perspektive von einer Betroffenen gewünscht. Denn diese Stimmen waren ihnen nach den Enthüllungen des Recherchekollektivs zu kurz gekommen. Diese Beobachtung hatte auch Lipi Ahmed gemacht und in der Diskussion kritisiert. Umso erfreulicher war es für sie, dass die Rosa-Luxemburg-Stiftung Wert darauf legte, die Perspektive von einer Women of Color einzubringen. „Es wird viel und oft über die Recherchen gesprochen, auch darüber, welche Parteien beteiligt waren oder welche Parteien gerade ähnliche Ziele verfolgen. Das ist sehr gut“, sagt Lipi Ahmed, „aber dann wird oft über und sogar für Betroffene gesprochen. Die Betroffenen selbst kommen selten zu Wort.“

Etwas, das Lipi Ahmed sehr bedauerlich findet, denn Vereine wie der IIK e.V. und der Dachverband MiSO e.V. haben bereits jahrelange Erfahrung in diesem Bereich und dennoch scheint ihre Perspektive keinen Platz zu haben. Dieses Bedauern wurde auf dem Podium geteilt. Die Moderatorin Maren Kaminski stellte daraufhin die Frage an die anderen Akteur*innen, wie es denn in den eigenen Verbänden und Organisationen aussehe und was man tun könne, um den Betroffenen mehr Platz in der Diskussion zu schaffen. Andrea Wemheuer erklärte unter anderem, dass es aktive Schritte gebe, um Betroffene mehr einzubeziehen. Ähnlich empfinde man das auch in den anderen Organisationen. Eine Lösung dafür könne das Netzwerken sein, schlug Maren Kaminski vor. Man müsse sich mehr mit Organisationen von und für Betroffene verknüpfen. Dafür sei auch der Abend gedacht gewesen.

Denn wichtig sei es, gemeinsam gegen Rechts Stellung zu beziehen.
An fehlender Eigeninitiative hat es laut Lipi Ahmed nicht gelegen, denn Redner*innenplätze für IIK e.V., sowie MiSO e.V. sind bei diversen Organisator*innen angefragt worden. Aber die Reaktion war die gleiche: für die betroffenen Redner*innen ist kein Platz mehr gewesen. In diesem Zusammenhang appelliert Lipi Ahmed an das Publikum, nicht für die Betroffenen zu sprechen, sondern sie einzuladen und ihnen die Möglichkeit zu geben, für sich selbst zu sprechen. So wie sie es an dem Abend mache und wie es mit dem Wunsch nach mehr Netzwerken angedacht sei. Vorher mache es keinen Sinn, über Zugänge zu politischer Teilhabe zu sprechen, wenn man sich nicht auf Augenhöhe begegnen könne. Dies schrecke Betroffene nur davon ab, sich politisch stark zu machen.

Wichtig ist ihr auch, dass der Fokus nicht allein auf die AfD gelegt wird oder auf Parteien, die ähnliche rechte und rassistische Inhalte in ihrer Sprache und ihrer Handlung reproduzieren. Kritik an diesen Parteien ist gut und wichtig. Wichtig sei aber auch, auf sich selbst und sein Umfeld zu achten. Jede Person solle selbst darauf achten eine rechte Haltung zu vermeiden und sich für rassistische und diskriminierende Themen zu sensibilisieren. Nur so könne aus einem Einwanderungsland auch eine Einwanderungsgesellschaft werden.

Wir bedanken uns im Namen der IIK e.V. und MiSO e.V. recht herzlich für die Einladung und die Möglichkeit eine betroffene Perspektive mit dem Publikum teilen zu dürfen. Wir hoffen, dass wir uns weiterhin gemeinsam gegen Rechts stark machen können.

MiSO-Netzwerk Hannover e. V.

Mengendamm 12 (4. OG)
30177 Hannover

0511 - 54 57 19 52
info@miso-netzwerk.de

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